Ria Patricia Röder

 

 

 

Link: Patricia Roeder

 

 

 

Ria Patricia Röder: Insert, 55x40 cm, scanogram, archival pigment print on aludibond, 2018

 

Ria Patricia Röder arbeitet mit Scanographie. Sie verwendet vorgefundene Gegenstände und eigens hergestellte Formen aus Papier o.ä., die auf das plane Scannerglas gelegt werden. Diese „Motive“ kombiniert sie mit vorab gescannten und ausgedruckten Abbildern dieser (oder weiterer) Gegenstände, so dass sich komplexe Kompositionen aus Realitäts- und Bildfragmenten ergeben. Alle auf dem Scannerglas arrangierten Fragmente sind bewusst positioniert und existieren als „Material“, wobei die verwendeten Bilder/Ausdrucke teilweise zusätzlich „analog“, also von Hand verformt werden. Die gewählten „Motive“ können im Bild mehrfach und in unterschiedlichen Varianten auftreten, Röder bezeichnet diese als „Deklinationen“. Die Künstlerin setzt weder Bildbearbeitungssoftware noch Renderings ein, der abschließende einmalige Scan ist der Endpunkt des Arbeitsprozesses. Das finale Bild hat eine „fotografisch-gegenständliche“ Anmutung, auch der Belichtungs- bzw. Scanvorgang kann als „fotografischer“ Prozess verstanden werden. Der abgebildete Raum der traditionellen „Fotografie“ ist in Röders Scanographien allerdings durch den Abstand zwischen Scannerglas und hinterstem Punkt der gescannten Motive definiert und (real auf ca. 30-50cm) komprimiert, wobei nur die unmittelbar im Vordergrund befindlichen Motivanteile scharf abgebildet werden. Das traditionelle zentralperspektivische Sehmodell und die Idee der statischen Projektion wird durch die bewegliche „Kamera“ des Scanners in Teilen außer Kraft gesetzt.

Text: Michael Reisch

 

 

Ria Patricia Röder: Malapuana, 55x40 cm, scanogram, archival pigment print on aludibond, 2018

 

 

 

Ria Patricia Röder: Nazareno, 55x40 cm, scanogram, archival pigment print on aludibond, 2018

 

 

 

Ria Patricia Röder: Menina, 55x40 cm, scanogram, archival pigment print on aludibond, 2018