Johannes Post

 

 

 

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In „Arsenal“ verwandelt Johannes Post die Werkzeuge des digitalen Zeitalters, Laptop, Computer, Tablet, Tastatur, Ladekabel etc. in fiktive steinzeitliche Waffen wie z.B. Pfeil und Bogen oder Axt. Er scannt die Oberflächen der digitalen Geräte und Hardware, und überarbeitet die so erhaltenen Bilddateien mit Hilfe von Bildbearbeitungs-Software aus dem Fotografie-Bereich umfangreich; um sie zu eigenen digitalen Konstruktionen zusammenzusetzen. Post bezieht sich hierbei auf den historischen Cargo-Kult, bei dem Mitte des 20. Jahrhunderts indigene melanesische Völker in Folge ihrer Begegnung mit westlichen Kulturen kultisch-religiös inspirierte Nachbauten von Hafenanlagen, Funkmasten, etc. anfertigten, wobei ihnen die technische Funktion der westlichen Gerätschaften unbekannt und nicht begreiflich war. Post nimmt in seiner Arbeit die Rolle des technisch Unterlegenen ein, und thematisiert so u.a. den schwindenden Bezug des Individuums zu seiner unmittelbaren, digital dominierten Umwelt, und das aktuelle Machtgefälle von Großkonzernen und Entwicklern zu uns Usern und Consumern in Zeiten digitaler Hochtechnologie.

 

Text: Michael Reisch